M i c k y
Er ist er ein Wirbelwind, der kaum zu bremsen ist. Ständig ist er auf Drehzahl und tobt wie ein Wilder durch die Gegend. Von seinem Bruder Felix übrigens war er nur durch die dunklere Schwanzspitze zu unterscheiden. Dennoch ist er ein richtiger Schmusekater, der auf sein Recht besteht. Wenn er zum Schmusen aufgelegt ist, wird er so aufdringlich, daß man überhaupt keine andere Möglichkeit hat, als ihm seinen Willen zu lassen. Will man z. B. einen Kaffee trinken, wenn er schmusig ist, läuft er einem so vor die Nase, daß man keine Chance hat, überhaupt die Tasse an den Mund zu führen. Oder er springt einem einfach auf den Schoss und drückt sein Köpfchen ganz fest an die Brust. Da bleibt einem gar nichts anderes übrig, als ihn in den Arm zu nehmen, und zu streicheln. Dann legt er sich, in den höchsten Tönen schnurrend, in den Arm, und man kann mit ihm machen was man will. Er ist so voller Vertrauen, daß man ihn freischwebend auf dem Rücken liegend in die Luft halten kann, ohne auch nur den Hauch von Gegenwehr von ihm erwarten zu müssen.
Sitzgelegenheiten auf denen man vorher gesessen hat, werden fast immer umgehend von ihm in Beschlag genommen, wo er dann darauf wartet, daß man wieder zurückkommt. Denn er macht sich einen großen Spaß daraus, diese zu besetzen. Kommt man nämlich zurück, und will sich wieder darau niederlassen, erwartet er wieder auf den Arm genommen zu werden. Hängt irgendwo etwas herunter, z. B. eine Tischdecke vom Tisch, oder ein Bändchen ist er der Erste der daran zieht. Da kann es dann schon passieren, dass mit der Tischdecke gleich auch die darauf stehende Blumenvase zu Boden geht. Immer und überall ist er der Erste. Dabei spielt es keine Rolle worum es geht. Egal ob beim Füttern, Kaffee machen, Kochen, Spülmaschine einräumen, oder, oder, oder. Er ist zuerst da, und muß, neugierig wie er ist, alles wissen und genau kontrollieren. Obwohl er gar kein Mädchen ist.
Inzwischen hat er auch gemerkt, daß man im Leben nicht nur spielen kann. Er weiß seine inzwischen erreichte Größe und Stärke sehr wohl einzusetzen, wenn er etwas haben will. Dies soll nicht heißen, daß er aggressiv ist oder wird. Ganz im Gegenteil. Er drängelt sich einfach vor, wenn ihn etwas interessiert, um die Angelegenheit genau in Augenschein zu nehmen. Nur Sissy weiß ihn in die Schranken zu weisen. Da reicht es wenn sie einmal kurz knurrt, und schon zieht sich Micky brav zurück und läßt seiner Mutter den Vortritt. So hat sie immer noch alle ihre Kinder im Griff. Sie setzt sich resolut durch. Dennoch behält er diese "Verdrängungspraxis" bei. Warum sollte er auch nicht. Es funktioniert ja ausgezeichnet. Er bekommt so fast immer seinen Willen, ohne sich auch nur annähernd in Prügeleien begeben zu müssen.